Wie schmecken Zigarren?

Über den Geschmack der Zechbauer Royales Linie

Ist der Geschmack sanft, mild, würzig oder aromatisch?

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich trefflich streiten. Was dem einen schmeckt, muss dem anderen noch lange nicht munden. Von Vollmilchschokolade, über Erde, Zedernholz und Leder bis hin zu blumig-süßen oder Röst-Aromen: die Geschmäcker von Zigarren könnten unterschiedlicher nicht sein. 

Um Ihnen eine Hilfe bei der Auswahl Ihrer nächsten Royales Zigarre zu geben, sammeln wir hier nach und nach Tasting-Berichte von Aficionados für Sie. Schauen Sie also gerne immer wieder vorbei – es lohnt sich!
 


Zechbauer Royales Wide Churchill Limited Edition 2022

Zigarrentasting: Royales Wide Churchill

Royales "Wide Churchill" | Churchill-Format | Länge: 14 cm | Ringmaß: 56

Wie beginnt man über eine Zigarre zu schreiben, ohne dasselbe zu schreiben, wie bisher? Welche Superlative sind noch verfügbar, wenn die bisherigen Zigarren aus dem Hause Zechbauer – von Mirko Pettene kreiert – bisher sämtliche Superlative abräumten, ähnlich wie der weiß rote Fußballverein aus der gleichen Stadt die Titel abräumt? Vielleicht ist es gerade bei dieser Zigarre sinnvoll, einfach mal von hinten zu beginnen: mit dem Fazit. Vielleicht ist es angemessen, die Erzählaspekte ebenso mutig neu zu strukturieren, wie Mirko Pettene dies bei der Royales-Serie vorlebt. Nun, dann scheint der Zeitpunkt gekommen, mutig zu sein!

Das Fazit

Die Wide Churchill ist eine Zigarre, deren Aromen-Spektrum durchgängig in Bewegung zu sein scheint. Jedoch wirkt sie dabei nicht unruhig oder gar labil. Das Grundkonzept aus Zeder, Karamell und Kaffee bleibt wie bei allen Formaten der Serie vorhanden. Um diese Eckdaten herum befreit sie verschiedenste Aromen, die von Nelke bis Lavendel, von Schokolade bis Kaffeebohnen reichen. Mit der Wide Churchill gelang es, auf der Basis bekannter und geschätzter Aromen einen floralen Überbau zu schaffen, der für meinen Geschmack fast als Quintessenz aller Royales durchgehen könnte. Das Angenehme dabei war stets, dass sie keine "Stärke" braucht, um vielseitig zu sein!

Die Maße

Die Wide Churchill präsentiert sich mit einem Ringmaß von 56 bei einer Länge von 140 mm.

Das Deckblatt

Bei der Deckblattfarbe wurde es bereits spannend. Bereits hier deckt sie ein gewisses Spektrum ab. Je nach Farbschablone reicht die Beschreibung von Colorado Claro über Colorado Rosado bis an die Grenzen von Colorado Maduro. Ich lege mich hier mit einem salomonischen Urteil fest und sage: es ist von allem etwas. Das Deckblatt selbst ist vordergründig trocken/matt, auf den zweiten Blick leicht ölig und weist kaum Blattadern auf.

Haptik & Kaltgeruch

Haptisch neigt die Zigarre dazu, etwas weicher zu sein als Ihre Verwandtschaft aus der Serie. Beim Kaltgeruch zeigt sich sogleich der Einfluss von floralen Noten. So war ich durchaus geneigt, die Royales-typische Zeder mit Sandelholz zu kombinieren. Parallel dazu erlebte ich die Zuverlässigkeit von karamellisiertem Zucker und einer erfrischenden blumigen Kräuterwiese.

Anschnitt & Kaltzug

Daraufhin schnitt ich die Zigarre mit einem Classic Cut an. Der Kaltzug erbrachte sofort den "Beweis", dass es sich um eine Limitada handeln muss, denn der Zug war angenehm leicht und verriet – außer mildem ausgeglichenen Tabak – nicht viel. Die Brandannahme gelang problemlos und ein bis zum Schluss gleichmäßiger Abbrand begann, bei einer angenehm ausreichenden Rauchentwicklung. Zunächst traten überraschend deutlich mineralische Töne in den Vordergrund, welche sich relativ schnell in blumige Aspekte wandelten. Genau diese Abwechslung schraubte sich bis zum Ende des ersten Drittels rauf, bis Nelke und Lavendel sich mit Kaffee und Schokolade beinahe Zug um Zug abwechselten. Dabei bot die Raumnote stets ausgereiften und abgelagerten satten Tabakduft an, dem jede Form von Schärfe abging – eher steckte auch hier ein Hauch von Lavendel drin.

Nach dem ersten Drittel schien sich die Wide Churchill etwas einzupendeln. Die klassischen Tabakaromen wurden etwas vordergründiger und das Karamell zog im Windschatten dessen nach. Dass die Royales nur Anlauf zu einem Feuerwerk nehmen würde, ahnte ich nicht!

Ab der Hälfte gab sie Zug um Zug ihr volles Potenzial frei: Zitronengras, Nelke, Kräuterwiese, Karamell, Kaffeebohnen, etwas mehr Bitterkeit. Genussvolles Staunen? Ja. Unruhe? Keineswegs.

Zum letzten Drittel hin entwickelte sie zum Abschluss ein warmes, leicht mineralisches Prickeln, um auf hohem Niveau auszuklingen.

Der Abbrand

Für Detailverliebte sei noch erwähnt, dass ich – trotz mancher Pausen – nie erneut anzünden musste. Der Abbrand war absolut gleichmäßig. Die Asche war weiß grau und der Kegel hatte die Struktur einer Palmenrinde ähnlich. Aufgepasst: die Asche fällt nach circa 3,5 cm. Gerry Lächnfinga

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Zechbauer Royales Maduro I Gordos von Zechbauer

Zigarrentasting: Royales Maduro I Gordos

Royales "Maduro I Gordos" | Gordo-Format | Länge: 12,5 cm | Ringmaß: 63 

Wer bis jetzt dachte, Zechbauer München habe mit der bisherigen Royales-Serie sein Pulver schon verschossen, der irrt gewaltig! Mirko Pettene überrascht erneut alle Aficionados, indem er die Royales-Serie nicht nur um ein Gordo-Format erweitert, sondern mit einem Maduro-Deckblatt ein geschmackliches Add-on kreiert, welches Sachkenntnis und Mut erfordert.

Und mal wieder bremse ich mich mit den Worten: "Aber der Reihe nach..."

Mirko Pettene will in den kommenden Jahren innerhalb der Royales-Serie immer wieder Maduros auf den Markt bringen. Die Gordos ist somit die Maduro I. Welches Format die Maduro II haben wird, hat er noch nicht verraten.

Haptik und Optik – vor dem Anzünden

Tatsache ist, dass die Maduro I mit 12,5 cm und einem 63er Ringmaß schon optisch eine gewisse Wucht an den Tag legt. Die Farbe des Deckblattes ist trotz der Bezeichnung "Maduro" nicht zwangsläufig dunkler, als die bisherigen Formate der Royales Serie. Ich würde sie farblich zwischen "Colorado Maduro" und "Maduro" einordnen.

Das Deckblatt ist leicht ölig, hat wenige dünne Adern und wirkt insgesamt glatt. Die Zigarre selbst hat ein gewisses Gewicht und fühlt sich vor dem Entzünden eher hart an. Eines Vorneweg: im späteren Rauchverlauf "weicht" sie dezent nach, ohne "katschig" zu werden.

Für den Anschnitt habe ich mich entschieden, mit einem Zigarrenmesser lediglich die Kappe auf der Hälfte des Durchmessers zu entnehmen. Der Kaltgeruch offenbarte am Fuße der Zigarre deutliche Eindrücke von frisch geöffneten Kaffeebohnen. Beim darauffolgenden Kaltzug erhielt ich Erinnerungen an Schokolade sowie das Gefühl von grundsätzlicher "Reife". Während ich noch den Zugwiderstand als leicht einstufte, empfand ich das Tabakaroma im Gesamten als satt und dennoch nicht schwer.

Vom Anzünden bis zum Ablegen

Während die Brandannahme sehr gut war, benötigte die Rauchentwicklung ungefähr den ersten Zentimeter, um dann auf stabilem und vollem Niveau zu bleiben. Dennoch offenbarten die ersten Züge einen deutlichen Anteil schwarzen Pfeffers. Allerdings sei an dieser Stelle betont, dass neben dem Pfeffer das Maduro-Deckblatt ebenfalls sofort seine Wirkung entfaltete und mit schokoladigen Aspekten den pfeffrigen Start abrundete.

Oft wird bei Zigarren von "cremigem Rauch" gesprochen. Die Maduro I liefert definitiv eine volle Fracht an Aromen bereits bei den ersten Zügen: neben Pfeffer und Schokolade auch Eindrücke von Leder und Zedernholz. Dies verwundert nicht ganz, da es sich schließlich um die Royales-Serie handelt. Allerdings ist die grundsätzliche Süße bei dieser Zigarre deutlicher. Spannenderweise würde ich, trotz der Aromenvielfalt die Textur des Rauches maximal als leicht cremig einstufen.

Nach dem ersten Zentimeter scheint sich eine erste Form der Stabilisierung einzustellen. Dabei schöpft die Gordos ihr Potenzial voll aus. Der gesamte aromatische Radius vergrößert sich, die Zigarre wird vollmundiger. Das Wechselspiel der Süße und der Würze macht Lust auf mehr!

Circa ab dem zweiten Zentimeter entwickelt sich die Pfeffrigkeit des Anfangs zu mildem, buntem Pfeffer und fügt sich nochmals exakter in die Schokoladigkeit des Maduro-Deckblattes. Auf diesem Niveau bleibt die Royales Maduro I für einige Zeit und ich muss mich zusammenreißen, diese Zigarre nicht gierig heiß zu rauchen!

Nach dem ersten Drittel der Zigarre scheint sich die tragende Süße immer mehr in etwas Karamellisiertes zu wandeln. Parallel dazu zeigen sich dezente Holznoten. Diese der Zeder zuzuordnen wäre zu klischeebesetzt, weshalb ich mich aufgrund der Komplexität für einen Holzblend entscheide und von "Schreinerei" sprechen möchte. Wer nun glaubt, diese Zigarre hätte ihr Pulver an Vielseitigkeit verschossen – weit gefehlt. Denn zur Mitte der Zigarre zeigt sich erneut die Würze, die nun etwas mineralischer kommt und dabei die hölzernen Aspekte in Walnuss zu wandeln scheint.

Nun überrascht es nicht, dass so langsam wieder mehr Pfeffer und etwas Sternanis am Gaumen hängen bleiben, während erstmals auf der Zunge der Kaffee aus dem zu Beginn genannten Kaltgeruch deutlicher wird. So kann ich die Maduro I noch ein bis zwei Zentimeter genießen bevor ich sie nach etwas mehr als zwei Dritteln Rauchdistanz ablege.

Fazit zur Royales Maduro I Gordos

Die Maduro I ist eine Zigarre, die sich vom Entflammen bis zum Ablegen steigert. Sie ist wirklich vielseitig, jedoch nicht chaotisch, was für die gesamte Qualität der verwendeten Tabake spricht. Einerseits kann man die Zigarre rauchfertig erwerben, andererseits hat sie das Potenzial mit ungefähr einem weiteren Jahr Lagerungszeit im Humidor ihre Süße noch stabiler zu entwickeln. Mit einer Rauchdauer von 65 bis 70 Minuten ist auch klar, dass sie Zeit zum Genießen liefert. Ich musste während des kompletten Tastings nicht einmal nachzünden. Der Abbrand war akkurat und die Asche fiel nach ungefähr 3,5 gerauchten Zentimetern ab. 

Zu dieser Zigarre empfehle ich schwarzen Kaffee, da sich die Bitterstoffe des Kaffees sowie die "Würze" der Gordos mit sich selbst beschäftigen können und somit die Süße der Zigarre gut zur Geltung kommen kann. Deckblatt, Umblatt sowie die Füllung stammen allesamt aus Costa Rica. Gerry Lächnfinga

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Tastingbericht zur Royales Coronas

Zigarrentasting: Royales Coronas

Der After Work Smoke Club aus Markt Schwaben hat die Royales Coronas verköstigt. Hier ein paar Eindrücke:

"Die Zigarre sieht super aus und ist auf absolutem Premiumniveau verarbeitet!" – "Sie verführt zum Probieren." – "Die Rauchentwicklung ist voll zufriedenstellend." – "Die Raumnote habe ich selten so angenehm bei einer Zigarre erlebt!" – "Sie ist keine Zigarre für nebenbei." – "Eine Zigarre mit Potenzial." 

Ganzen Tastingbericht lesen

Sie sind schon überzeugt und möchten die Zigarre lieber gleich kaufen? Dann bitte hier entlang.

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Tastingbericht zur Royales 190th Anniversary

Zigarrentasting: Royales 190th Anniversary

Royales "190th Anniversary" | Toro-Format | Länge: 14,5 cm | Ringmaß: 56 

München und Costa Rica – was hat das miteinander zu tun? Nun, es gibt einen Mann unter uns Zigarrenliebhaber*innen, der Oberbayern mit der Karibik in Verbindung bringt: Mirko Pettene, Geschäftsführer von Zechbauer Zigarren aus München.

In jahrelanger geduldiger Arbeit und Hingabe entwarf er die Royales-Linie für den königlich bayerischen Hoflieferanten. Zum 190. Jubiläum kreierte er eine weitere Zigarre für die Royales-Linie, deren finale Tabakeinlage auch im Onlineshop nicht verraten wird. Somit sitze ich heute hier mit einer Zigarre in der Hand, die mit Sicherheit ihr innerstes Geheimnis auch durch Feuer und Neugierde nicht preisgeben wird. Und wer seine Geschmacksknospen für Detektivisches einsetzen möchte, sollte sich beeilen, denn die "190th Anniversary" ist limitiert!

Haptik und Optik – vor dem Anzünden

Ich beginne mein Näherungsverfahren an die große Unbekannte mal mit den Eckdaten: Die "190th Anniversary" drängt bereits optisch in den Vordergrund. Mit einer Länge von 14,5 Zentimetern und einem Ringmaß von 56 ist sie eindeutig eine Toro. In der Hand liegt sie mit einem angenehmen Gewicht und präsentiert sich bereits in der Haptik als wertige Premiumzigarre.

Optisch geht es weiter. Das satte vollmilchschokoladige Braun regt bereits die Fantasie an. Dazu ist sofort auffällig, dass sich beim Deckblatt dickere Blattadern vergeblich suchen lassen. Das glatte, leicht ölige Deckblatt liegt im Anschnitt sicher um eine eher weiche Zigarre, wodurch sie stabil und "unempfindlich" wirkt. Die schwarze Bauchbinde mit dem Tabakblatt gekrönten Z ist durch die Royales-Linie bereits bekannt. Was für einen zusätzlichen Hingucker sorgt, ist die rote Stoffbinde am Fuß der Zigarre. Ich dachte dabei sofort an eine Art Scherpe, welche den royalen Charakter sowie die Geschichte des Hauses Zechbauer gleichermaßen betont. Eine weitere Fantasie hierzu könnte auch sein, dass Zechbauer hier dem Genuss selbst den roten Teppich bereitet.

Im Kaltgeruch präsentieren sich sogleich satte Aromen von frischer Erde, Zedernholz, vollmundigem Tabak, dunkler Schokolade, ein wenig neuem Leder und dahinter nochmals etwas Mineralisches. Dazwischen findet sich immer wieder eine kleine Süße, welche im späteren Rauchverlauf nochmals spannend wird. Die "190th Anniversary" duftet auch irgendwie heimelig, ohne alt rüberzukommen. 

Den Zugwiderstand würde ich zu Beginn als eine 6 von 10 bezeichnen. Dieser pendelt sich während des Rauchens dann bei 5 von 10 ein, ist also als mittel einzuordnen. Mir persönlich sagen Zigarren besonders zu, wenn der Zugwiderstand nicht zu leicht ist. Somit steigt auch bei dieser Prüfung die Vorfreude!

Die ersten überraschenden blumigen, süßen und insgesamt frischen Aromen zeigt die Zigarre sogleich beim Kaltzug. Dadurch entsteht die erste Komplexität dieser Tabakmischung: der Kaltgeruch und der Kaltzug scheinen eigentlich widersprüchlich und dennoch passt alles noch immer zusammen. Eine wahre Königin regiert sie schließlich alle.

Vom Anzünden bis zum Ablegen

Manche Zigarren im Toroformat sind bei der Brandannahme etwas schwierig. Die "190th Anniversary" dagegen scheint die Flamme willkommen zu heißen und so glüht der Fuß im vollen Durchmesser sehr schnell. Auch die Rauchentwicklung ist absolut zufriedenstellend. Der Rauch selbst ist in seiner Textur nur bedingt cremig, was von Vorteil ist. Denn die Zigarre ist gehaltvoll mit einem großen Umfang an Aromen. Wenn der Rauch jetzt noch "dick und schwer" wäre, würde sie ihre Frische verlieren und könnte durchaus überfordern. 
Noch eine Anmerkung zur Brandannahme: sie ist nicht nur unkompliziert – die Zigarre geht trotz Rauchpausen nicht einmal aus.

Die ersten Züge entlocken eine volle Würze, eventuell sogar leichte Schärfe, welche die Geschmackssinne endgültig aufwecken. Bereits auf dem ersten halben Zentimeter wird sie leichter und die Tabakaromen, das Zedernholz und ein Hauch von Zitrone machen sich bemerkbar. Gleich zu Beginn entwickelt die Royales eine etwas kalte tabaksatte Raumnote. Die angesprochene Kälte wirkt dabei frisch – nicht abgestanden. Nun komme ich zu der oben erwähnten geheimnisvollen Süße, welche mich schon beim Kaltzug überrascht hat. Ab dem ersten gerauchten Zentimeter taucht zwischen den intensiver werdenden Zedernholzaromen immer wieder eine kleine Spitze leicht angebrannten Karamells auf. Oder gibt es eine Zedernsüße, die ich hier verwechsle?

Nach gerauchten zwei Zentimetern pendelt sich die Royales "190th Anniversary" auf absolut hohem Niveau ein und sie wird nochmals etwas leichter, ohne dabei etwas von ihrem Spektrum zu verlieren. Ab und zu entwickelt sie neben Erde, Zedernholz, Tabak und Süße eine Würze, die kurz an Süßholz/Lakritze denken lässt. Oberflächlich betrachtet könnte man die Zigarre als "easy Smoke" einstufen, da sie Entwicklungen statt Schwankungen zeigt. Dennoch lohnt es sich, in die Royales einzutauchen und die spielerische Vielseitigkeit Aspekt für Aspekt zu erforschen.

Die Asche fällt das erste Mal nach circa zweieinhalb Zentimetern ab und hat eine hellgraue Farbe. Der Aschekegel zeigt feine waagrechte dünne Risse, welche die Zigarre teilweise wie ein Metallgewinde wirken lassen. Auch der Abbrand ist über den gesamten Rauchverlauf gleichmäßig. Ab der Hälfte verändert sich der Hintergrund ein wenig: Frisches Leder gesellt sich zu den bisherigen konsistenten Aromen hinzu. 

Nach der Hälfte entwickelt sich die zunächst ungeklärte Süße hin zu dunkler Schokolade. Die süßen Karamellspitzen, die zu Süßholz/Lakritze werden, gestalten sich nun würziger und man könnte meinen, Nelken seien im Spiel. Um ehrlich zu sein sind dies bereits die Vorboten des Ammoniaks, welches beim Format sowie der Tabakfülle der Zigarre fast unvermeidbar scheint. Zum Glück entwickelt sich dieses nur langsam und geschmacklich eingebettet. Im letzten Drittel steigt die Würze deutlich an. Nach drei Vierteln der Gesamtlänge lege ich die Zigarre schweren Herzens ab, was nach guten 65 bis 70 Minuten okay ist.

Fazit zur Royales "190th Anniversary"

Es gibt Toros, die ein bis eineinhalb Zentimeter länger sind, jedoch nicht ein Ringmaß von 56 halten können. Für meinen Geschmack war die Entscheidung für ein größeres Ringmaß bei einem solch umfangreichen und gehaltvollen Tabak genau die richtige. Dickere Zigarren "verzeihen" einfach ein stärkeres/häufigeres Ziehen, werden nicht so schnell heiß und überschärfen nicht. Mirko Pettene zeigt nicht nur mit der Royales-Linie, sondern ganz besonders mit dieser limitierten Zigarre, dass Tabake aus Costa Rica für Premium Zigarren geeignet sind. Ich persönlich freue mich auf weitere Entwicklungen dieser Serie, denn ich bin davon überzeugt, dass die Royales nicht nur "irgendeine Hausmarke", sondern eine eigenständige Zigarrenmarke darstellen, welche weit über München hinaus bekannt sein darf. Gerry Lächnfinga

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Im Rauchkanal der Lebensfragen: Die Royales Coronas auf der Cigarrencouch

Ab auf die Cigarrencouch! Folge 40 des Podcasts von und mit Gerry Lächnfinga und Maria Macanudo spielt in der Zechbauer Lounge im Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski in München. Dabei genießen die beiden – natürlich – eine Royales Coronas. Doch hören Sie selbst...

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